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Geschichte der Kirche „St. Maria von der Immerwährenden Hilfe", Helminghausen

Kälte, Sturm, Schneegestöber, Siedehitze oder Müdigkeit haben früher die Helminghauser überwunden, um den beschwerlichen Gang zum Gottesdienst in das vier Kilometer entfernte Beringhausen zurück zu legen.Der Wunsch, eine eigene Kapelle zu besitzen, ist schon sehr alt in Helminghausen. Aus einem vom 30. Dezember 1828 verfassten Schreiben geht hervor, dass der Fürst Carl von Waldeck-Pyrmont während eines Besuchs als Jagdgast beim Gutsbesitzer Carl Freiherr von Padtberg zu Helminghausen zwischen 1761 und 1763 vier Louisdor (umgerechnet 30 Taler) als erstes Geschenk zur Erbauung einer Kapelle gestiftet hat. 

Nach der Gründung des Deutschen Reiches wurden Mitte der 1870er Jahre den Kirchengemeinden Vermögens-verwaltungen aufgezwungen. Aufgrund der Geldschenkung durch den waldeckischen Fürsten ergab sich für Helminghausen die Besonderheit, dass es nun einen Kirchenvorstand (hier Kapellenvorstand genannt) ohne Kirche (Kapelle) gab. Da die Sparsumme bei weitem nicht zum Bau eines Gotteshauses ausreichte, erfolgte am 13. April 1876 ein Bittschreiben, welches letztlich vom Preußischen Ministerium für geistliche Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten in Berlin bezüglich einer Staatsbeihilfe mit der Begründung abgelehnt wurde, dass die Unterhaltskosten der projektierten Kapelle nicht geklärt seien.

Die Kapellengemeinde ließ sich aber von ihrem Ziel nicht abhalten. Der seit 1902 in Helminghausen ansässige Gutsbesitzer Eduard Isphording aus Hamm erklärte sich bereit, den benötigten Bauplatz zu stiften. Das Bischöfliche Generalvikariat in Paderborn erteilte am 27. Juli 1905 die Baugenehmigung. Bewohner des Dorfes gründeten am 03. September 1905 einen Kapellenbauverein mit dem Zweck, durch freiwillige Spenden ein Gotteshaus zu errichten. Zahlreiche Verwandte Helminghauser Familien, die auswärts wohnten, steuerten Geld zum Bauvorhaben bei. Am 8. Juli 1906 erfolgte die Grundsteinlegung. Ausgeschachtet wurde von jungen Männern des Dorfes. 

Das Bauholz stiftete die politische Gemeinde. Für den Einschlag und die Aufbereitung des Holzes erhielten die kostenlos arbeitenden Männer lediglich einige Liter Branntwein. Zwei Stahl-glocken lieferte der Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation. Bänke, Statuen und Messgewänder wurden gestiftet, ein Harmonium gekauft. Trotz aller Spendenfreudigkeit und allen Fleißes waren die finanziellen Mittel knapp, denn die kleine Gemeinde hatte zu dieser Zeit nur 133 Seelen. Von der bischöflichen Behörde und der Pfarrgemeinde Padberg war kein Pfennig zu bekommen. In Bittschreiben an die kirchlichen Behörden wurde um eine halbe Kirchenkollekte gebeten: ohne Erfolg. Schließlich genehmigte man zwischen 1910 und 1916 der Kapellengemeinde eine Kapellensteuer. Zuletzt half ein Kredit der Spar- und Darlehnskasse Padberg-Helminghausen die Restschuld zu begleichen.

Ein großer Tag für die Gemeinde war die Benediktion des Gotteshauses am 15. Oktober 1907, die Pfarrer Werner Löcke aus Beringhausen vollzog. Die Kapelle wurde dem Hl. Markus geweiht.

In den Nachkriegsjahren konnte sie grundlegend renoviert werden. Durch Kollekten, Haussammlungen und sonstige Spenden schaffte die Kapellengemeinde 1947/48 den notwendigen Anbau einer Sakristei mit Heizungskeller. Nach Baufälligkeit des Dachreiters 1956 errichtete man über dem Eingangsbereich einen neuen Glockenturm. Umfangreichere Renovierungsmaßnahmen fanden 1972 und 1984 statt.

 Seit Mitte der 50er Jahre wird als Schutzpatronin „Maria von der Immerwährenden Hilfe" genannt. Der Begriff „Kapelle" wandelte sich im Laufe der Zeit zur „Kirche".

Nach ausgiebiger Renovierung im Jahr 2014 strahlt die Kirche wieder in neuem Glanz. Durch den Einbau neuer Fenster und der Instandsetzung der Fassade und des Innenraums verleiht das Licht der Kirche eine besondere Anstrahlung. Die dunkle hölzerne Zwischendecke und die Podeste unter den Sitzbänken wurden entfernt. Dadurch haben der ganze Raum und die historische Orgel deutlich an Wert gewonnen.